Raupennahrungspflanzen:
Die Raupen leben an Peucedanum officinale (Arznei-Haarstrang).
Lebensraumansprüche:
Gortyna borelii besiedelt Standorte des Arznei-Haarstrangs. Solche k�nnen zum einen in trockenwarmen Saumgesellschaften (z.B. Steppenheiden, Weinbergsbrachen, B�schungen, Waldr�nder) liegen, aber auch in wechseltrockenen, im Fr�hjahr nassen Auwiesen, an Hochwasserd�mmen u.�. Stellen.
Entwicklungszyklus:
Das Ei �berwintert meist versteckt in Reihen an trockene Pflanzenteile geheftet. Die Raupen leben bis Ende Juli oder August, zun�chst im St�ngel, sp�ter (ab etwa Juni) im Wurzelstock der Pflanze. Besetzte Pflanzen sind durch das ausgesto�ene Bohrmehl auf Erdbodenniveau kenntlich. Die Falter fliegen im September (oft erst ab Mitte September) und Oktober. Selten gibt es bereits im August einzelne fr�he Falter.
Gefährdungsursachen:
Gortyna borelii ist vielerorts vom Aussterben bedroht. Sind fr�her viele Vorkommen der Intensivierung (Weinbau, Wiesenbewirtschaftung, Umbruch, D�ngung, �berbauung etc.) zum Opfer gefallen, sind die letzten Vorkommen heute oft durch Verbuschung/Verwaldung und falsche Pflegema�nahmen (Mahd zur oder vor der Eizeit bzw. Jungraupenzeit: nicht zwischen Anfang August und Juni m�hen!). Eine optimale Biotoppflege bel��t bei abschnittsweiser Mahd im Juli (h�chstens 50% der f�r G. borelii relevanten Fl�che in einem Jahr) ausreichend Altgrasbest�nde mit den Raupennahrungspflanzen zur Eiablage, bek�mpft aber ggf. durch mehrmaliges, selektives Entfernen von Geh�lzaustrieben die Sukzession. Besiedelte Pflanzen m�ssen i.d.R. sonnig stehen!
Bemerkungen:
Gortyna borelii ist in S�d- und Teilen Mitteleuropas verbreitet. Etwas h�ufiger ist sie lokal vor allem in Ost- und S�dosteuropa. In Mitteleuropa ist sie heute nur mehr von wenigen, oft weit voneinander entfernten Habitaten bekannt (z.B. S�ddeutschland: Rheinland-Pfalz, Baden-W�rttemberg, Hessen, Sachsen-Anhalt, ein Standort in Nordbayern).
Die ssp. lunata (Mittel- und Westeuropa) ist in Anhang II und IV der FFH-Richtlinie der EU gelistet.