Raupennahrungspflanzen:
Die Raupe lebt an Grasarten (Poaceae). Auf Sardinien war das einzige häufigere Gras in einer Macchienlandschaft bei Buggeru eine Brachypodium-Art (Brachypodium retusum), an der auch Lasiommata paramegera ablegte.
Lebensraumansprüche:
Coenonympha corinna besiedelt lichte Strauchgesellschaften (Macchia) in Küstennähe bis hin zu steinigen Bergwiesen in 2000m NN. Dabei handelt es sich meist um lückige, felsdurchsetzte, aber auch strauchreiche Habitate.
Entwicklungszyklus:
Die Falter fliegen in tiefen Lagen im Mai und Juni und dann wieder in einer sehr partiellen zweiten Generation von Ende Juli bis Anfang September. In den höheren Lagen ab ungefähr 900m NN fliegt hingegen nur eine Generation von Juni bis August.
Auf Sardinien traf ich frische Falter (fast nur Männchen) in der zweiten Maihälfte im Südwesten bei Buggeru zusammen mit Zygaena corsica und Lasiommata paramegera knapp oberhalb der Küste in einer heißen Macchia.
Die Männchen saßen meist entweder am Boden (meistens, etwa auf Steinen) oder auf kleinen Büschen und krautigen Pflanzen kurzzeitig an, patrouillierten aber bei höheren Temperaturen auch zeitweise im Habitat auf der Suche nach den Weibchen. Insgesamt ist das Verhalten Coenonympha arcania recht ähnlich.
Meistens übersommert die L1-Raupe und beginnt dann nach den Herbstregen mit der Entwicklung. Einige entwickeln sich unter günstigen Bedingungen (frisches Gras) in tieferen Lagen auch zur zweiten Generation. Ausgewachsen sind die Raupen dann in der Regel im Frühjahr (April bis Anfang Juni, je nach Höhe).
Gefährdungsursachen:
Coenonympha corinna ist insgesamt vermutlich bislang nur gering bedroht.
Bemerkungen:
Coenonympha corinna ist ein thyrrenischer Endemit und kommt vor allem auf Sardinien und Korsika vor. Die ssp. elbana (teilweise als eigene Art betrachtet, aber wohl in der Tat nur eine Unterart) kommt auf Elba, den benachbarten Inseln und in der Toskana vor.