Raupennahrungspflanzen:
Die Raupen leben an Lonicera-Arten, in Mitteleuropa meist an Lonicera xylosteum. Wo vorhanden, weden auch rankende Lonicera-Arten, Lonicera nigra (eigene Funde bei Memmingen) und wohl auch Lonicera coerulea sowie Lonicera alpigena belegt. Gelegentlich kann man an geeigneten Stellen auch Raupen an verwilderter Schneebeere finden, die ebenfalls zu den Caprifoliaceae z�hlt.
Lebensraumansprüche:
Limenitis camilla bewohnt W�lder aller Art, solange ein zumindest etwas lichter Charakter und die Nahrungspflanze vorhanden sind. Der Falter steigt bis ca. 1100m NN. Am h�ufigsten ist er in Auw�ldern. Die Raupen finden sich nicht nur an schattigen Stellen. Auf der Schw�bischen Alb fand ich sie vereinzelt auch in sonnigen Au�enm�nteln von warmen Wacholderheideaufforstungen, wo sie teilweise in den Standortsbereich von Limenitis reducta vordringen. Im Gegensatz zu dieser Art finden sich Limenitis camilla-Raupen aber nicht an im Offenbereich stehenden einzelnen B�schen.
Entwicklungszyklus:
Limenitis camilla �berwintert als L3 in einem Hibernaculum, durch das die Raupe im Winter bequem nachweisbar ist. Ausgewachsen ist die Raupe meist Ende Mai oder Anfang Juni. Die Falter fliegen von Mitte/Ende Juni bis Anfang August. Die Ablage der ziemlich kleinen Eier erfolgt auf der Blattoberseite. Auch diese Art bildet als Jungraupe charakteristische Kotrippen aus.
Im Zuge der Klimaerw�rmung verschieben sich die Flugzeiten etwas nach vorn (ab Ende Mai) und es wird oft eine in der Regel sehr partielle zweite Generation ausgebildet, sogar in h�heren Lagen (Unterallg�u, 01.09.2024, ein ganz frischer Falter).
Gefährdung: stellenweise zurückgehend bzw. gefährdet
Gefährdungsursachen:
Die Abundanzen haben in den letzten Jahrzehnten signifikant abgenommen. Limenitis camilla vertr�gt dichte Aufforstung mit Fichten, Buchen und Ahorn kaum. Dank ihrer relativ gro�en �kologischen Valenz ist Limenitis camilla als solche jedoch noch nicht st�rker bedroht und in Mitteleuropas W�ldern noch ziemlich verbreitet.
Bemerkungen:
Die Verbreitung erstreckt sich von Nordspanien �ber West-, Mittel- und Osteuropa (in S�deuropa nur lokal) und das gem��igte Asien bis Japan.