Pyrgus alveus (Hübner, 1803)


Pyrgus alveus: Falter (Ostalb, Juni 2009) [N] Pyrgus alveus: Falter (Ostalb, Juni 2010) [N] Pyrgus alveus: Falter (Ostalb, Juni 2010) [N] Pyrgus alveus: Weibchen (mittlere Schwäbische Alb, August 2009) [N] Pyrgus alveus: Weibchen (Schwäbische Alb, Juni 2009) [N] Pyrgus alveus: Falter (Ostalb, Juni 2009) [N] Pyrgus alveus: Männchen (Schwäbische Alb, Juni 2009) [N] Pyrgus alveus: Männchen (Schwäbische Alb, Juni 2009) [N] Pyrgus alveus: Männchen (Nockalmstraße, Juli 2009) [N] Pyrgus alveus: Abgeflogener Falter (Schwäbische Alb) [N] Pyrgus alveus: Falter [N] Pyrgus alveus: Falter aus der Schwaebischen Alb [N] Pyrgus alveus: Falter (Schwäbische Alb) [N] Pyrgus alveus: Falter (e.o. Bregenzer Wald, Kanisfluh) [S] Pyrgus alveus: Falter (e.o. Bregenzer Wald, Kanisfluh) [S] Pyrgus alveus: Falter (e.o. Bregenzer Wald, Kanisfluh) [S] Pyrgus alveus: Falter (e.o. Bregenzer Wald, Kanisfluh) [S] Pyrgus alveus: Männchen (Ostalb, Juni 2010) [N] Pyrgus alveus: Falterunterseite (Alb) [N] Pyrgus alveus: Kopula (Schwäbische Alb) [N] Pyrgus alveus: Weibchen, Unterseite (mittlere Schwäbische Alb, August 2009) [M] Pyrgus alveus: Unterseite (Schwäbische Alb) [N] Pyrgus alveus: Weibchen, Portrait (Ostalb) [S] Pyrgus alveus: Eiablage (Ostalb) [N] Pyrgus alveus: Eiablage (Ostalb) [N] Pyrgus alveus: Eiablage (Ostalb) [N] Pyrgus alveus: Ei (Photo Heiko Bellmann) [S] Pyrgus alveus: Ei (Ostalb) [N] Pyrgus alveus: Ei (Kanisfluh, Bregenzer Wald, 1700m NN) [M] Pyrgus alveus: Ei (ausnahmsweise auf der Blattoberseite) [S] Pyrgus alveus: Gehäuse (Spätsommer) [S] Pyrgus alveus: Wintergehäuse (Zucht Ostalb) [S] Pyrgus alveus: L2 (e.o. Bregenzer Wald, Kanisfluh) [S] Pyrgus alveus: L3-Raupe (e.o. Bregenzer Wald, Kanisfluh) [S] Pyrgus alveus: Jungraupe (Ostalb) [S] Pyrgus alveus: Halbwüchsige Raupe (e.o. Kanisfluh, Bregenzer Wald) [S] Pyrgus alveus: Raupe (e.o. Kanisfluh, Bregenzer Wald) [S] Pyrgus alveus: Raupe (Kanisfluh, Bregenzer Wald) [S] Pyrgus alveus: Raupe im letzten Stadium (e.o. Ostalb) [S] Pyrgus alveus: Raupe im letzten Stadium (e.o. Ostalb) [S] Pyrgus alveus: Raupe im letzten Stadium (e.o. Ostalb) [S] Pyrgus alveus: Raupe im letzten Stadium (e.o. Ostalb) [S] Pyrgus alveus: Raupe (Ostalb) [S] Pyrgus alveus: Puppe, normal (e.l. Ostalb) [S] Pyrgus alveus: Puppe, dunkel [S] Pyrgus alveus: Puppe (e.o. Ostalb) [S] Pyrgus alveus: Puppe (Kanisfluh, Bregenzer Wald) [S] Pyrgus alveus: Puppe (Kanisfluh, Bregenzer Wald) [S] Pyrgus alveus: Habitat auf der Schwäbischen Alb [N] Pyrgus alveus: Habitat im Bregenzer Wald (Kanisfluh) in 1700m NN [N] Pyrgus alveus: Habitat auf der östlichen Schwäbischen Alb [N] Pyrgus alveus: Habitat auf der mittleren Schwäbischen Alb [N]

Raupennahrungspflanzen:
Die Raupen befressen Helianthemum nummularium und seine Kleinarten. Bislang gelang hingegen kein Nachweis von Helianthemum alpestre (= oelandicum) in den Alpen. Nachweise von Potentilla beruhen eventuell zum Teil auf Verwechslungen mit ähnlichen Pyrgus-Arten (beispielsweise bei syntopem Vorkommen von Pyrgus armoricanus), häufen sich aber in Teilen Mitteleuropas und sollten weiter untersucht werden. Wenn man sich die Verhältnisse beim Taxon accretus vergegenwärtigt, ist die lokale Nutzung von Potentilla durchaus nicht ungewöhnlich. Zudem sind weitere Beobachtungen etwa von diesem Taxon accretus (lebt an Potentilla und Helianthemum) aus SW-Europa wünschenswert. Ich bin für alle diesbezüglichen Beobachtungen dankbar!

In den Alpen und bei alpigenen Populationen (Schwäbische Alb) kann Potentilla jedenfalls ziemlich sicher als Freiland-Nahrung ausgeschlossen werden.

Lebensraumansprüche:
Pyrgus alveus besiedelt Magerrasen im weiteren Sinn. Auch diese Art bevorzugt magere Flächen mit viel Sonnenröschen, ist aber nicht auf derart magere und niedrigwüchsige Flächen wie etwa Pyrgus serratulae oder Pyrgus cirsii beschränkt. Der Falter hält sich auch in geschlossenen Magerrasen, sofern Helianthemum noch in größerer Dichte vorkommt. Die Flächen sind meist beweidet (Wanderschäferei). Wenn nicht mehr, müssen flachgründige Stellen etwa mit Felsen etc. vorhanden sein. Trotzdem ist dann ein Aussterben zumindest langfristig wahrscheinlich.

Entwicklungszyklus:
Die Larvalentwicklung ist sehr variabel. Teilweise ist eine Vereinheitlichung der Phänologie festzustellen, bei der die Falter von Mitte Mai bis Anfang oder Mitte Juli fliegen und die Raupen als im vorletzten Stadium (meist L4) überwintern. Andernorts ist die Flugzeit ausgedehnter mit Faltern noch im September oder gar Anfang Oktober. In den Alpen ist dies die Regel, und die Raupen überwintern als L2-4, vielleicht gelegentlich auch als L1. Dazu kommt noch, dass die Raupen unterschiedlich lange Dormanzphasen durchlaufen können und teils vier und teils fünf Häutungen (bei sehr langsamer Entwicklung möglicherweise noch mehr) durchmachen, was bei Nachkommen eines einzigen Weibchens aus den nördlichen Alpen in der Zucht beobachtet wurde.

Diese Befunde sprechen dafür, dass Pyrgus alveus recht jung ist und genetisch noch sehr variabel, was bei den Zygaenen etwa an die Verhältnisse bei Zygaena filipendulae erinnert. Eine gewisse Variabilität ist aber auch für weitere Pyrgus-Arten typisch, so P. carthami, P. armoricanus etc.

Gefährdung: gefährdet

Gefährdungsursachen:
In den Alpen ist der Falter fast überall zu finden, wo Helianthemum nummularium agg. vorkommt. Dagegen wird Pyrgus alveus in den Mittelgebirgen immer seltener aufgrund von Lebensraumverlust (durch menschliche Tätigkeiten aller Art und durch den Rückgang der Wanderschäferei).

Bemerkungen:
Die zeitweilig betriebene Abtrennung insbesondere des Taxons Pyrgus trebevicensis ist nach derzeitigem Stand des Wissens nicht mehr haltbar. Pyrgus accretus ist hingegen möglicherweise als Unterart von P. alveus einzustufen (siehe P. accretus).

Pyrgus alveus agg. kommt von Nordwestafrika über Teile Europas (im Norden bis in die Südhälfte Skandinaviens) bis in die Mongolei vor, wobei die genaue taxonomische Situation vielerorts nicht bekannt ist. Vermutlich wird oft eine Einstufung bisher als Arten gehandelter Taxa als Unterart von Pyrgus alveus (P. accretus) oder gar die Eingliederung in ein anderes, schon vorhandenes infraspezifisches Pyrgus alveus-Taxon (P. trebevicensis) am sinnvollsten sein.

Hinweise zur Bestimmung:
Pyrgus alveus kann im Tiefland mit Pyrgus armoricanus verwechselt werden, wobei nur die Genitaluntersuchung sichere Ergebnisse liefern kann. In den Hochlagen der Alpen ist eine Verwechslung mit Pyrgus warrenensis nicht ausgeschlossen. Vor allem in den Südwestalpen und den Ostpyrenäen kommt mit Pyrgus bellieri eine weitere ähnliche Art vor, die aber mehr auf warme, submediterrane Plätze bis 1800m NN beschränkt ist. Dazu ist letztere Art kräftiger und weist als Männchen ein viel kräftigeres Haarbüschel an der Abdomenspitze auf. Von Pyrgus cirsii, P. serratulae oder P. carlinae kann Pyrgus alveus am besten durch die Hinterflügelunterseite (P. alveus meist mit großen weißen Flecken auf eher olivgrünem bis olivbraunem Grund) getrennt werden, wenn auch hier manchmal die Genitaluntersuchung nötig werden kann.

Insgesamt ist bei der Bestimmung von Pyrgus-Arten die Kenntnis der lokalen Verhältnisse und der Phänologie sehr hilfreich, wodurch sich allein oft schon die Beschränkung auf wenige mögliche Arten ergibt. Rein anhand von Photos ist eine Determination in vielen Fällen unseriös.



Pyrgus accretus | Pyrgus andromedae | Pyrgus armoricanus | Pyrgus bellieri | Pyrgus cacaliae | Pyrgus carlinae | Pyrgus carthami | Pyrgus cinarae | Pyrgus cirsii | Pyrgus malvae | Pyrgus malvoides | Pyrgus onopordi | Pyrgus serratulae | Pyrgus sidae | Pyrgus warrenensis