Raupennahrungspflanzen:
Helianthemum nummularium und andere Helianthemum-Arten. In den Hochalpen ist Helianthemum alpestre oft die Grundlage für individuenreiche Populationen, so im Ofenpassgebiet (Schweiz) oder am Großglockner (Österreich). In der Zucht nehmen die Raupen auch Geranium an, auf das Raupen auch im Freiland überwechseln können. Ob aber auch schon Freiland-Ablagen an Geranium erfolgen können, bliebe zu untersuchen.
Lebensraumansprüche:
Adscita geryon besiedelt Kalkmagerrasen und Alpweiden vom Tiefland bis über 2400m NN.
Entwicklungszyklus:
Die Raupen sind nach der Überwinterung oft bereits Ende April bis Mitte Mai ausgewachsen. Die Verpuppung erfolgt meist im Boden oder auch in der Moos- und Streuschicht. Die Falter fliegen meist erst von Ende Juni bis Mitte August, lokal schon etwas früher. Die Raupen lassen sich im Frühling in den Helainthemum-Polstern durch vorsichtiges Zerteilen mit den Händen finden. Vor allem in den Hochlagen dürften die Raupen regelmäßig mindestens zweimal überwintern.
Gefährdungsursachen:
Durch Verlust und falsche Pflege der Habitate (Überweidung, Koppelhaltung, aber auch Verbrachung und Verfilzung, Verbuschung) ist Adscita geryon außerhalb der Alpen in Mitteleuropa gefährdet.
Bemerkungen:
Adscita geryon ist in Europa weit verbreitet, fehlt aber im Norden und meist im extremen Süden. Sie erreicht zum Beispiel in Gebirgen Mittelspanien, die Abruzzen und das nördlichste Griechenland. Außerhalb Europas ist sie nur von der Nordtürkei bekannt.
Interessanterweise sind die Raupen auf der Schwäbischen Alb (und dem restlichen außeralpinen Deutschland) und in Nordgriechenland weitgehend identisch gefärbt und gezeichnet, während Populationen aus dem Alpenraum (ssp. chrysocephala) und wohl auch den Abruzzen sehr variabel sind und oft Gelbtöne, selten auch Orangetöne, aufweisen. Die Falter dieser Unterart sind zudem noch kleiner als diejenigen aus mitteleuropäischen Flachlandpopulationen.