Raupennahrungspflanzen:
Die Raupen leben an Aristolochia-Arten, vor allem Aristolochia rotunda, aber auch A. pallida, A. clematidis und manchmal weiteren Osterluzei-Arten. Von Ostösterreich bis Bulgarien ist es häufig A. clematidis, auf dem Peloponnes fand ich Raupen an A. sempervirens.
Lebensraumansprüche:
Im Vergleich zur xerothermen Zerynthia rumina ist Zerynthia polyxena ein eher als mesophil bis sogar leicht hygrophil zu charakterisierender Bewohner von höherwüchsigen Gras- und Krautsäumen, etwa an Böschungen, an Gehölzrändern oder auf feuchten Wiesen. Ich fand Raupen der Art recht häufig am Rande eines schilfdurchsetzten Feuchtgebiets in der Provence, wo Aristolochia rotunda zwischen Schilfhalmen wuchs. Interessanterweise fanden sich zwischen den vielen polyxena-Raupen an A. rotunda auch wenige noch durchwegs sehr kleine Raupen von Z. rumina, die in der xerothermen Umgebung des Feuchtgebiets ziemlich häufig war.
Grundsätzlich kann Zerynthia polyxena aber auch in trockenwarmen Habitaten häufig sein, so in Griechenland, seltener aber auch in Südfrankreich.
Entwicklungszyklus:
Zerynthia polyxena fliegt von Ende März bis in den Mai, was deutlich früher ist als bei Z. rumina (in der Provence etwa Anfang April bis Anfang Juni). Raupen aller Stadien (auch verpuppungsreife) und Eier fand ich Mitte Mai 2007. Von der Vergleichsart waren zu diesem Zeitpunkt nur Eier und wenige, meist noch kleine Raupen zu sehen.
Gefährdungsursachen:
Durch den Verlust von mesophilem, extensivem Offenland und Saumpositionen (Intensivierung, Überbauung, Verbuschung, Verwaldung) sowie der wenigen Feuchtgebiete ist Zerynthia polyxena immer stärker gefährdet, so besonders an der Arealperipherie im Norden (N-Italien, Österreich) und Westen (S-Frankreich). Lokal dürften auch Spritzgifte (etwa in Weinbergen) für den Rückgang verantwortlich sein.
Bemerkungen:
Autochthone Vorkommen fehlen heute in Deutschland. Sie waren früher eventuell an der Donau bei Passau vorhanden. Heute kommt es immer wieder zu teils zumindest zeitweise erfolgreichen Ansalbungsversuchen, so dass es z.B. in Bayern derzeit angesalbte Vorkommen gibt. Der Klimawandel könnte zu deren zeitweiligem Erfolg beitragen.
Der Osterluzeifalter findet sich in Europa von Südfrankreich über Norditalien (südlich der Poebene hier die Schwesterart Z. cassandra) und ab Tschechien und dem östlichen Österreich bis Griechenland. Im Südosten ist er gebietsweise noch häufiger.