Carcharodus flocciferus (Zeller, 1847) (Heilziest-Dickkopf)


Carcharodus flocciferus: Weibchen Carcharodus flocciferus: Weibchen Carcharodus flocciferus: Falter-Oberseite [S] Carcharodus flocciferus: Falter (Col de Larche, Frankreich, 2100m NN, Juli 2012) [N] Carcharodus flocciferus: Falter-Unterseite [S] Carcharodus flocciferus: Ei [N] Carcharodus flocciferus: Ei [N] Carcharodus flocciferus: Jungraupe (Ende August 2012, bayerischer Alpenrand) [M] Carcharodus flocciferus: Halbwüchsige Raupe [M] Carcharodus flocciferus: Halbwüchsige Raupe [M] Carcharodus flocciferus: Raupe im Frühjahr Carcharodus flocciferus: Raupe [M] Carcharodus flocciferus: Raupe [S] Carcharodus flocciferus: Raupe [S] Carcharodus flocciferus: Raupe [S] Carcharodus flocciferus: Raupe Carcharodus flocciferus: Raupe Carcharodus flocciferus: Raupe [N] Carcharodus flocciferus: Puppe [M] Carcharodus flocciferus: Puppe Carcharodus flocciferus: Betonica officinalis mit Raupengehäuse (bayerischer Alpenrand, Ende August 2012) [N] Carcharodus flocciferus: Jungraupengehäuse (bayerischer Alpenrand, Ende August 2012) [N] Carcharodus flocciferus: Habitat am Alpenrand [N] Carcharodus flocciferus: Larvalhabitat in einem Moorgebiet am bayerischen Alpenrand. An der sonnigen, bereits zu früh und tief gemähten Böschung in der Wiese in der linken Bildhälfte konnten an den wenigen der Mahd entgangenen Betonica-Blättern noch mehrere Jungraupengespinste gefunden werden. Ende August 2012. [N]

Raupennahrungspflanzen:
Die Raupe entwickelt sich meist an Stachis (= Betonica) officinalis. In den Hochlagen der südwestlichen Alpen leben die Raupen an Stachys pradica (= hirsuta), die sehr ähnlich Stachys officinalis ist.

Lebensraumansprüche:
In Mitteleuropa besiedelt Carcharodus flocciferus Feuchtwiesenkomplexe mit mageren, niedrigwüchsigen Bereichen. Der Falter kommt in Deutschland nur mehr im Alpenvorland vom Bodensee bis zum Chiemsee vor.
In den Südwestalpen ist er in höheren Lagen offenbar häufiger (wohl mit der Verbreitung von Stachys pradica korreliert). Falter fand ich dort um 1600- 2200 m NN sowohl in den italienischen Seealpen bei Cuneo als auch an fast jedem Pass in den französischen Alpes de Haute Provence und den Hautes-Alpes. Am Col de Var waren zahlreiche Eiablagen an Betonica pradica an niedrigwüchsigen, erhöhten Stellen innerhalb von anmoorigen Flächen zu beobachten, ähnlich wie das bei uns der Fall ist. In den Nordalpen tritt Carcharodus flocciferus nicht im eigentlichen Alpengebiet über 1200 m NN auf. Hier fehlt auch Betonica officinalis. Betonica pradica ist mehr süd- bis vor allem südwestalpin verbreitet.

Entwicklungszyklus:
Im Allgemeinen kommt es zur Ausbildung einer Generation im Juni und Juli. Gelegentlich fliegen später Falter einer sehr partiellen zweiten Generation. Die Eier werden auf der Blattoberseite kleiner, meist steriler Pflanzen von Stachys officinalis abgelegt, wo sich die Raupen kleine Gehäuse anlegen. Hierbei zernagen sie den Blattstiel zum Teil, so dass sich die Blatttüten durch Welke auszeichnen und leicht auffallen. Im Frühjahr sind die ausgewachsenen Raupen im Mai zu finden. Innerhalb der Feuchtwiesen kommt es zu Raupenkonzentrationen an erhöhten, niedrigwüchsigen und mehr an Halbtrockenrasen erinnernden Stellen. Auch die Verpuppung erfolgt in einem Blattgehäuse an der Nahrungspflanze.

Gefährdung: vom Aussterben bedroht

Gefährdungsursachen:
Diese Art ist in Mitteleuropa akut vom Aussterben bedroht. Ursachen waren früher vor allem Aufforstung, Zerstückelung (Durchsetzung mit Maisäckern) und Intensivierung von Feuchtwiesen. Heute sind es mehr die Eutrophierung der Restbestände, Verfilzung, Straßenbau, falsche Pflegemaßnahmen, radikale Grabenräumungen etc. So werden auch heute noch Straßen durch die letzten wertvollen Moore gebaut (Beispiel: Moor bei Unterreitnau im Kreis Lindau, Bau der A7 bei Füssen [hier allerdings kein C. flocciferus, aber andere bedrohte Arten]).

Bemerkungen:
Carcharodus flocciferus ist von Marokko (nur sehr lokal) über Mittel- und Südeuropa (vor allem in Gebirgen) bis zum Altai verbreitet.



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